Designer und Politik – Wille zur Macht

Eine Kritik des mangelnden Machtwillens

Wille zur Macht und Anerkennung

Wenn wir diese (philosophische) Analyse auf die konkrete Situation der Designer beziehungsweise der Designwirtschaft (innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft) anwenden, müssen wir die Designer gewissermaßen als die »Sklaven« bezeichnen, die mit ihrer Forderung nach Berücksichtigungstatt ihrem Kampf um die Machtniemals die erhoffte Anerkennung und damit angemessene Wertschätzung erreichen.

Die passive Position all derer, die an den Missständen leiden, verhindert den aktiven Anspruch auf die Machtdoch allein durch Erlangung der Macht sind sie in der Lage, diese Zustände zu beseitigen oder zumindest ihre negative Wirkung abzuschwächen beziehungsweise auszugleichen.

Wer Missstände also lediglich beklagt und daraus abgeleitete Kompensationsforderungenwie besondere Schutzmaßnahmen und Förderungenfordert, vermittelt den Eindruck von Hilflosigkeit, ja Unfähigkeit. Das erzeugt bestenfalls Mitleid, aber keine Anerkennung. Denn die Botschaft lautet: Wir sind Bedürftige, die abhängig von Unterstützung sind. Bedürftige bekommen bestenfalls Almosen und werden oft wie willfährige Sklaven ausgebeutet.

Machtlosigkeit also ist das eigentliche Problem, das nur durch eine Machtergreifung gelöst werden kann. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, den Anderen die Macht zu entreißendiesen Anderen muss vielmehr klar werden, dass sie die Macht von nun an teilen müssen.

Eine solche Machtteilung setzt voraus, dass jene, die an der Macht sind, vom Nutzen – die Macht zu teilenüberzeugt werden müssen. Ein Ansatz wäre beispielsweise, die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen auf der Grundlage integrierter Kooperationen einzubringen und damit eine Wirkung zu erzielen, die über lediglich äußere Dienst- / Werkleistungen weit hinausgeht.


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