Crowdworking – Wirkungsrelevanz

Eine Kritik der illusionären Wertschätzung und Wirkungsrelevanz

Illusion vs. Wirkungsrelevanz!

Neben der durch die Digitalisierung veränderten Realität gibt es da noch die Wirkungsrelevanz, also die Wahrnehmung der Präsenz von Designern auf Crowdworking-Plattformen. Die schiere Masse der dort registrierten und sich mit ihren Entwürfen positionierenden Teilnehmer erzeugt eine Quantität, die jegliche Qualität in den Schatten stellt. Umso mehr stellt sich die Frage, warum sich so viele Designer dort drängen und letztlich freiwillig in der Masse untergehen.

Die Digitalisierung ist für die Designer ein Dilemma. Einerseits bieten sich zwar unzählige Möglichkeiten für eine quasi globale Kommunikation, andererseits wird es gerade dadurch immer schwieriger auf sich aufmerksam zu machen, überhaupt wahrgenommen zu werden und dadurch Aufträge zu akquirieren.

Auch das – nur zu verständliche – Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung treibt viele Designer auf diese Plattformen im Internet. Dass beides – bedingt durch die Masse – für 99 Prozent zwangsläufig ausbleibt, hindert sie offensichtlich nicht daran, dabeizubleiben. Hier ist die Hoffnung, vielleicht doch einmal entdeckt zu werden, die alleinige Strategie (wie in der Lotterie, wo man extrem geringe Chancen auf einen Hauptgewinn hat).

Übrigens, »Schleifchen« und »Likes« sollte man nicht mit Anerkennung und Bestätigung verwechseln. Beide sind oberflächlich und unpersönlich (ähnlich wie im Award-Business*). Also das Gegenteil von Wertschätzung und Wirkungsrelevanz.
(*Wie in einer Kritik vom März 2016 bereits festgestellt, ebenfalls mit geringem Erfolg und im Vergleich zum Crowdworking auch noch mit hohen Kosten verbunden.)

Daher wäre die logische Konsequenz, sich vom Crowdworking zu distanzieren und daran nicht zu beteiligen. Trotzdem werden sich auch weiterhin semi-/unprofessionelle und unkooperative Designer von den Versprechungen verleiten lassen – weil Crowdworking in der Welt immer mehr als Normalität begriffen wird.

Was aber bleibt, wenn Crowdworking für den Erfolg eines Designers keine nützliche Wirkung erzeugt? Die Designer selbst – mit ihrer Identität und Haltung, ihren Fähigkeiten und Kompetenzen, ihrer Wertschätzung und Wirkungsrealität!


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